Musterbestände zum Waldumbau
Musterbestände rund um Eichen-Jungdurchforstung

Eichen-Jungdurchforstung Pfarrkirchenstiftung NeukirchenZoombild vorhanden

Foto: Marius Höhne

In Zeiten des Klimawandels spielt die Eiche als trockenresistente, heimische Baumart eine zunehmend bedeutende Stellung in der Forstwirtschaft ein. Um jedoch auch Wertholz produzieren zu können, muss die Anlage und Pflege von Eichenbeständen wohl durchdacht sein.

Baumarten wie Fichte, Kiefer und auch Buche, die heute den Hauptteil unserer Wälder ausmachen, kommen besonders im Reinbestand zunehmend an ihre ökologischen Grenzen. Daher ist es wichtig, die Waldbestände möglichst frühzeitig an die sich ändernden Klimabedingungen anzupassen.

Musterbestand des Waldbesitzers Pfarrkirchenstiftung Neukirchen

Ausgangslage

Im Frühjahr 1990 wurde der ehemalige 50-jährige Fichten-Kiefernaltbestand vom Orkan Wiebke umgeworfen. Auf der dabei entstandenen Freifläche wurde im darauffolgenden Frühjahr 1991 eine Eichenkultur mit Hainbuchennebenbestand gepflanzt.
Bei der Eiche wählte man einen Pflanzverband von 1,5 x 0,75 Meter, die Hainbuche wurde in einem weiteren Verband zwischen die Eichen gepflanzt. Anschließend wurde die Fläche gezäunt.
Die hohe Pflanzenzahl begünstigt dabei, durch die entstehende Konkurrenzsituation, das Höhenwachstum sowie die gegenseitige Astreinigung von Totästen.
Der Nebenbestand aus Hainbuche hat die Aufgabe die astfreien Stämme der Eiche weiterhin zu beschatten, um einen Neuaustrieb von Knospen am Eichenstamm zu verhindern.
Damit sich die Jungeichen etablieren konnten wurden verdämmende Weichlaubhölzer wie Aspe oder Birke entfernt. Der Zaun wurde abgebaut, sobald die Pflanzen aus dem Äser herausgewachsen sind.
Nach der Etablierung des Jungbestandes, dem Durchsetzen gegen die Konkurrenzvegetation, beginnt nun die Phase der Qualifizierung.
Ziel ist hier die Astreinigung der Bäume durch natürliche Absterbeprozesse der unteren Äste. Es wird dabei eine astfreie Schaftlänge von sechs bis acht Meter angestrebt.
Zunächst wird flächendeckend ca. alle acht bis zehn Meter ein sogenannter Z-Baum ausgewählt, im Bestand durch gelbe Bändel markiert. Die Auswahl richtet sich nach den Kriterien Qualität und Vitalität: Die Bäume sollen eine gerade Schaftform aufweisen, feinastig, gesund und in der oberen Bestandesschicht vertreten sein, damit sie nicht überwachsen werden.
Im Jahr 2014 und 2018 fanden im Bestand die ersten Durchforstungen statt, die Entnahme von Bäumen bezieht sich hierbei lediglich auf Bestandesmitglieder, welche den ausgewählten Z-Bäumen in die Krone wachsen. Unterständige Bäume und Bäume in den Zwischenfeldern der Z-Bäume sind zur weiteren Schaftpflege zu erhalten. Getreu dem Motto: „Dickung muss Dickung bleiben".
Bis zum Erreichen der astfreien Schaftlänge gilt weiterhin die Kronenpflege und Entnahme bedrängender Weichlaubhölzer als Maßnahmenziel, dafür erfolgen im Jahrzehnt in etwa zwei Eingriffe.

Anfahrtsbeschreibung

Auf der Kreisstraße SAD 3 von Neukirchen nach Vilshofen nehmen Sie die Abfahrt rechts nach Kapflhof. Nach etwa 100 Metern befindet sich der Parkplatz auf der rechten Seite. Eine Übersichtstafel über die einzelnen Bestände des IZW Lehrpfades finden Sie gegenüberliegend auf der anderen Seite.

Lageplan - BayernAtlas Externer Link

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