Rückblick
Online-Forum Kita- und Schulverpflegung - Träger unter sich

Gezeichnete Menschen sprechen miteinander.

© Heike Haas

Das Forum Kita- und Schulverpflegung – Träger unter sich 2025 fand am 27. November 2025 als Online-Kooperationsveranstaltung der Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung Oberpfalz, Mittelfranken und Unterfranken statt.

Das Forum richtete sich gezielt an Sachaufwandsträger der Schulverpflegung und bot Raum für Information, fachlichen Austausch und praxisnahe Einblicke zur Verpflegung im Ganztag.

Aktuelles aus den Vernetzungsstellen

Zu Beginn informierten die Vertreterinnen der drei kooperierenden Vernetzungsstellen über aktuelle Arbeitsschwerpunkte und Unterstützungsangebote. Dabei wurde deutlich, dass eine qualitativ hochwertige Verpflegung im Ganztag nicht nur ausgewogene Mahlzeiten umfasst, sondern auch klare Strukturen, funktionierende Verwaltungsprozesse und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordert.

Geldschein und mehrere Münzen
Kostenfreies Mittagessen über das Bildungs- und Teilhabepaket
Ein zentraler Programmpunkt war in diesem Jahr das kostenfreie Mittagessen über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT). Diese Möglichkeit wird laut aktueller Datenlage bisher zu wenig von den berechtigten Familien genutzt. Praxisberichte zeigen zudem, dass fehlerhafte Anträge, lange Bearbeitungszeiten und komplexe Zuständigkeiten häufig die Teilnahme am Mittagessen für berechtigte Schülerinnen und Schüler erschweren. Vorgestellt wurden Ergebnisse eines entsprechenden Projekts der Vernetzungsstelle Niedersachen. Hier wurden Ansatzpunkte zur Entbürokratisierung sowie Hilfestellungen in einfacher Sprache zur Erhöhung der Teilnahmequote, identifiziert.
Ganztagsausbau: Aktueller Sachstand

Vertreterinnen und Vertreter der Regierung der Oberpfalz gaben einen Überblick zum aktuellen Stand des Ganztagsausbaus. Ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung für Kinder im Grundschulalter verbindlich – schrittweise zunächst für die erste Klasse und in den kommenden Schuljahren sukzessive für die weiteren Jahrgänge. Fördermöglichkeiten und Finanzierungsfragen wurden ebenfalls vorgestellt und Fragen der Teilnehmenden beantwortet.

Praxisbeispiel: Ganztag an der Grundschule Waldershof

Zum Schluss der Veranstaltung lieferte die Grundschule Waldershof in einem bilderreichen Vortrag Einblicke in die Praxis. In den vergangenen Jahren wurde die Grundschule und damit die Küchen- und Mensaräume umfangreich saniert. Beispielsweise wurden durch flexible Raumkonzepte tragbare Übergangslösungen geschaffen. Die neue Küche und Mensa erlaubt dem Küchenteam heute, täglich frisch ein qualitativ hochwertiges Angebot bereitzustellen.

Fazit

Die Verpflegung im Ganztag ist ein zentrales Qualitätsmerkmal im Schulalltag von Kindern und Jugendlichen – sie kann nur im konstruktiven Zusammenspiel von Trägern, Küchenpersonal, pädagogischen Fachkräften und den Schülerinnen und Schülern selbst gelingen. Die Gespräche und Diskussionen beim diesjährigen Forum Kita- und Schulverpflegung bekräftigten diesen Anspruch einmal mehr und unterstrichen die Motivation der Beteiligten, zu einem guten Gelingen beizutragen.

Rückblick

Beim Sachaufwandsträgerforum für Kitas und Schulen im November 2024 informierten Christina Apel und Dr. Katharina Goerg über die Aufgaben und Ziele der Vernetzungsstelle. Eine gute Schulverpflegung setze ausgewogenes und schmackhaftes Essen voraus. Die Gestaltung der Mensa als Wohlfühlort, eine hohe Teilnehmerquote und ein händelbarer Verwaltungsaufwand seien zudem unverzichtbar.
Christina Apel betonte: "Mahlzeit ist Bildungszeit, die pädagogisch begleitet wird." Um das zu erreichen, bewähre sich ein Essensgremium, bei dem alle Akteure mit einbezogen werden.

Verpflegungskonzept

Erst durch das Miteinander und die gemeinsame Verantwortung für die Verpflegung könne die Aufgabe zufriedenstellend bewältigt werden, berichtete Dr. Katharina Goerg. Bei den Herausforderungen helfe ein durchdachtes Verpflegungskonzept, das in sieben Schritten zum Erfolg führt. Beginnend mit der Zielsetzung und Zeitplanung, über eine umfassende Ist-Analyse, werden dann Essensgremium und politisches Gremium einbezogen. Im fünften Schritt wird schließlich das Verpflegungskonzept verschriftlicht. Abschließend stimmt das Essensgremium ab, gefolgt vom Beschluss des Verpflegungskonzeptes im politischen Gremium.

SachaufwandträgerZoombild vorhanden

© Lara Schwarzenberger

Neu und aktuell
Klaus Rötzer und Annika Trüb, beide Ganztagskoordinatoren der Regierung Oberpfalz, informierten mit ihrem Kollegen Martin Haller, Abteilung Förderung über den "Sachstand zum Ganztagesanspruch – Rechtsanspruch". Rötzer betonte, dass es einen Rechtsanspruch auf den Ganztag gebe. Der Ganztag sei aber keine Pflicht. Anschließend berichteten die Referenten über die Fördermöglichkeiten gemäß des Landesförderungsprogramms. Sie boten einen Überblick mit Beispielen zu den Bereichen MITI, offener Ganztag, gebundener Ganztag, Hort und kooperativer Ganztag.
Eigenes Kochen in der Schule mit höchster Priorität
Für den Praxisbezug stellte die Geschäftsführung, Sonja Hampel und Küchenleitung, Andrea Islinger das Konzept der Montessorischule Sünching vor. Eine eigene Küche zählte für Sie zum wichtigsten Punkt, da so frische Speisen – vor allem mit dem Augenmerk auf Regionalität und ohne Zusatzstoffe – gekocht werden.

Angefangen hatte die Küche mit 40 bis 50 Essen, mittlerweile sind es 140 täglich. Ein angepasster Speiseplan nach Essensvorlieben ohne vierwöchige Wiederholungen förderte die Akzeptanz bei den Kindern. Islinger berichtete, dass die Essensausgabe nach dem Schüsselsystem erfolgt, das aus einem Essenholer und der Selbstbedienung am Tisch besteht. Das Gemeinschaftsgefühl der Kinder und die Rücksichtnahme gegenüber den anderen Essensteilnehmern wurde durch dieses Konzept bereits deutlich gestärkt.

Ein geringerer Einsatz, ein günstigerer Einkauf und ein geringerer Aufwand bei der Einlagerung und der Kühlung waren bei Islinger die entscheidenden Kriterien für eine vegetarische Küche.

Person spricht zu PublikumZoombild vorhanden

© Lara Schwarzenberger

Umstrukturierung der sozialen Einrichtungen in Bezug auf die Verpflegung
Der Bürgermeister der Gemeinde Sengenthal, Werner Brandenburger, erzählte von den Herausforderungen, zwei Kindergärten und eine Grundschule mit jeweils eigenen Frischküchen zukünftig gemeinsam zu versorgen. Durch die steigende Einwohnerzahl und dem Ganztagesanspruch bestehe die Möglichkeit, eine gemeinsame Frischeküche mit regionalen Produkten für alle drei Einrichtungen zu schaffen. Geplant wurde ein neues Schulgebäude mit separater Mensa, Außenbereich, Tiefgaragenplätzen für das Personal, repräsentativem Raum - auch für Kulturveranstaltungen. Brandenburg betonte, das fördere den sozialen Zusammenhalt.
Person spricht zu PublikumZoombild vorhanden

© Lara Schwarzenberger

Nutzen einer Frischeküche für den Ganztag an Schulen
Matthias Boßle stellte das Konzept der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. vor. Mit Hilfe von 30 Frischeküchen an verschiedenen Standorten könnten kürzere Standzeiten der Essen, eine variationsreiche Produktion und bessere Kostenkontrolle realisiert werden. Vorteilhaft für die Akzeptanz bei den Schülern sei zudem die Kommunikation mit der Schulfamilie und das individuelle Kochen vor Ort mit eigenen Speiseplänen. Im Preis sei das Salatbuffet mit einberechnet und übrig gebliebene Nudeln oder Kartoffeln vom Vortag werden als Salat weiterverarbeitet.

Als Problem stellte Boßle dar, dass die DGE-Standards in Städten wesentlich leichter eingehalten werden könnten als im ländlichen Umkreis. Auch der vermehrte Einsatz von Bio-Lebensmitteln sei bisher eher an städtischen Schulen in Regensburg durchgeführt worden.